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Klima-Streifzug St. Radegund #1: Schöckl-Talstation – Ungarische Runde – Kurhaus

27.06.2026

Die Gruppe traf sich im Schatten neben der Schöckl-Talstation. Hier erfolgte die Begrüßung durch Bürgermeister Jakob Taibinger sowie eine kurze Vorstellung von Projekt „UNTERWEGS!“ seitens inspire – Irene Strauss.

Die Gemeinde St. Radegund hat mit dem Schöckl die sechstgrößte Destination der Ausflugsziele. Es gibt u.a. 22 umfasste Quellen und 40 km Wanderwege, einen (inoffiziellen) FKK-Bereich, eine Walddusche und einen Fischteich. Man kann hier lediglich mit einem Trinkbecher ausgestattet unterwegs sein, da die Quellen erquickendes Trinkwasser bieten. Von manchen Personen, speziell aus größeren Städten, wird das Quellwasser derart geschätzt, dass nun eine natürliche Schranke/ein Stein die direkte Zufahrt mit dem Auto zu einer besonders beliebten Quelle verhindert.

Die erste Station war die „Pflanze Mensch“ (Heil-Kunst-Werk), ein betretbarer Kräutergarten in Form eines menschlichen Körpers, eingebettet in ein großes Ei. Die Heilpflanzen sind den Körperzonen und Organen entsprechend zugeordnet.

Am Kalvarienberg gibt es insgesamt 3 Quellen (Körper – Geist – Seele), wobei die 3. erst nach einem Umbau im Keller der Klause gefunden wurde. Aus den 3 „Wassern“ wurden sodann Bier gebraut und Fastenbrezen gebacken.

Auf dem Weg (sog. Ungarische Runde) traf die Gruppe auf eine Gruppe Jodler*innen, die zum Zuhören und Mitjodeln einluden. Das war eine sehr schöne Begegnung. Vorbei an mehreren Quellen (Trinkpausen) und der ungarischen Madonna (ihr wurde leider das Kreuz von der Stephanskrone gestohlen) kam die Runde zu einer schattigen und luftigen Lichtung bei der Hubertus-Kapelle, wo eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden erfolgte. Neben dem Bürgermeister, einer Mitarbeiterin des Tourismusbandes Graz und einer pensionierten – aber noch sehr aktiven – Lehrerin, ehem. Gemeinderätin und Ureinwohnerin von St. Radegund, wurde die Gruppe von einem Katastrophenmanagement-Experten von D.M.A.T. begleitet. Er berichtete von seinen Erfahrungen bei EU-weiten Katastrophenschutz-Übungen (u.a im Vorjahr auch am Schöckl) und Auslandseinsätzen.

Unterwegs waren auch die vielen Radfahrer*innen ein Thema, die sich teilweise abseits der markierten und erlaubten Strecken („schwarz“) als Sicherheitsrisiko für Wander*innen und Reiter*innen erweisen, wo sie deren – markierte – Wege kreuzen. Von den vielen Quellen blieb unter anderem die Schindler-Quelle mit der Mantramühle und mit vielen tibetischen Gebetsfahnen geschmückt in Erinnerung. In St. Radegund gibt es auch einen buddhistischen Verein, ein Stupa sowie ein Meditationszentrum.

Die Bezüge zu Ungarn in dieser Gegend (ungarische Runde, ungarische Madonna, Béla Bartók-Quelle etc.) verdankt die Gegend den zahlreichen ungarischen Gästen, die jahrzehntelang nach St. Radegund zur Kur kamen – nicht zuletzt, weil der Ort in ungarischen Zeitungen beworben wurde.

FAZIT:

Dieser Klima-Streifzug weist eine sehr hohe gesundheitsförderliche Qualität auf. Er ist ein gutes Beispiel für eine klimawandel-angepasste Gestaltung.

Die Wege waren gut ausgebaut und markiert, größtenteils in der Breite einer Fahrbahnspur. Die Erklärung hierfür ist, dass die PVA, die in der Gemeinde das „Reha-Zentrum St. Radegund“ betreibt (spezialisiert auf Reha nach Herz-Operationen), früher einen Pinzgauer als Notfallsfahrzeug hatte und dadurch die Patient*innen/vulnerablen Gruppen weiter herumgehen konnten, als es jetzt der Fall ist. Mit dem Pinzgauer war nämlich eine Abholung jederzeit gewährleistet. Leider wurde dieses Fahrzeug ausgeschieden und durch kein Neues mehr ersetzt.

Bis auf einige Stellen, wo entweder von Natur aus Steinflächen oder Wurzelwerk war, wäre alles leicht auch für vulnerable Gruppen zu begehen.

Die Wege waren alle sauber, gut gepflegt und mit Müllbehältern versehen.

Es gab auch genügend Sitzgelegenheiten in entsprechenden Abständen, so dass man sich jederzeit ausruhen konnte. Was noch aufgefallen ist, war, dass hier mit einfachen Mitteln (Bäume halbiert und mit Querholz darunter befestigt) viele Sitzgelegenheiten entstanden waren.

Diese Wegstrecke hatte weiters genügend gefasste Quellen, aus denen man jederzeit trinken konnte. Auch waren wir in der glücklichen Lage trotz dieser Hitze (über 30 Grad) fast durchgehend im Schatten in angenehmer Temperatur gehen zu können.

Die vor 2 Jahren verklauste Hannelore Quelle mit dem Kraftplatz Tarock Partie und dem Müllerhaus wurde restauriert und wieder hergestellt, wobei von den ursprünglichen 4 Sitzgelegenheiten im Moment nur mehr einer besteht.

Sehr schade, dass jemand die Stephanskrone der „Ungarischen Madonna“ beschädigt hat.

Auch der aufgelegte Guide der Erlebnisregion GRAZ zum Thema St. Radegunder Quellenwege beschreibt diese Quellenwege in einer hervorragenden Art und Weise – von Hintergrundinformationen über Streckenführung, Kartenausschnitten etc.: Dies motiviert, ihn auszuprobieren.

Was noch erwähnt werden muss – am Schöckl selbst ist der Schöcklplateauweg rollstuhlgerecht nutzbar, sodass man auch das Westkreuz und andere Bereiche jederzeit erreichen kann.

Abschießend ist festzuhalten, dass wir nicht nur von der tollen Aussicht und dem Ort beeindruckt waren, sondern auch von diesen Wegen und der Herzlichkeit, mit der wir hier aufgenommen wurden. Recht herzlichen Dank an die Gemeinde!

Dokumentiert von:
Alois Hirschmugl (Text), Josef Taibinger (Fotos) und Irene Strauss (Text und Fotos)

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