Diese Klima-Streifzug-Route ging vom PVA-Reha-Zentrum St. Radegund aus. Dies ist eine Klinik für Patient*innen nach einer Herz-Operation. Ab hier beschritt eine Gruppe – angeleitet von Gemeinderat Bernhard Hopfer und Ina Plattner von inspire – den sehr attraktiven Pfad zur Melanie-Quelle. Der Weg führte – angenehm schattig – über einen Schotterweg durch den Wald. Trittsicherheit sowie gutes Schuhwerk waren an dieser Stelle essenziell. Eine Sitzbank bot auf halbem Weg zur Melanie-Quelle die Möglichkeit zur Erholung. Kaum geeignet ist der Weg für Menschen mit Gehbeeinträchtigungen oder Personen mit Kinderwägen. Unmöglich wäre diese Strecke mit dem Rollstuhl.
Obwohl der Waldweg ausschließlich zu Fuß zu begehen und für Kinderwägen unwegsam ist, gilt der Wald rund um die Melanie-Quelle – gerade bei hohen Temperaturen – als sehr beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern: Das Wasser des Baches ist gut zugänglich und bietet Abkühlung. Ein Tisch mit Bänken lädt zum Picknicken, Spielen und Verweilen ein. Kinder haben ausreichend Platz, um sich auszutoben.
Weiter ging der Streifzug über Schotter- und Waldwege, über eine Brücke und eine Steigung zur Stillen Quelle. Obgleich die Wege hin zu den Quellen mit einem „Q“ auf Baumstämmen neben Wegen und durch vereinzelte Wegweiser gekennzeichnet sind, bemerkte die Gruppe, dass zusätzliche Weg-Markierungen notwendig wären. Das ist insbesondere für nicht-ortskundige Personen wichtig, die sich so leicht verirren könnten und sich durch ausreichend Markierungen sicherer fühlen. Auch wären mehr (einfache) Sitzgelegenheiten auf den sehr ansprechenden Strecken zwischen den verschiedenen Quellen wünschenswert.
Bei der Stillen Quelle gab es die Gelegenheit, Trinkflaschen aufzufüllen und sich kurz auf einer Bank auszuruhen. Das kühle Quellwasser hat überall hervorragende Trinkwasserqualität und ist insbesondere an heißen Tagen eine Wohltat. Eine Teilnehmerin erzählte, dass die Quellen, wie auch der Kalvarienberg in St. Radegund, seit jeher eine große spirituelle bzw. religiöse Bedeutung haben. So würden jeder Quelle unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben. Menschen würden die Quellen besuchen, um dort ihre Wünsche zum Ausdruck zu bringen.
Bei den (wenigen) Abfallbehältern, die sich auf der Strecke befinden, kam die Frage auf, wer für diese zuständig sei. Hier wären mehr Mistkübel erfreulich, um das Areal weiterhin so sauber zu halten.
Über einen Feldweg wanderte die Gruppe schließlich mit Aussicht auf die PVA-Reha-Klinik durch den Ort bis hin zum Höhepunkt der Kalvarienbergrunde, dem Kalvarienberg mit den „3 Gekreuzigten“, der Heiligen Stiege, der Kalvarienbergkirche und dem gepflegten Kalvarienberg-Rundgang. Darunter befindet sich die Eremitenquelle und die nahegelegene Eremitage. Über die religiöse Bedeutung dieser Stätte hinaus ist die liebevolle Gestaltung und Instandhaltung der Anlage hervorzuheben, die auch aus künstlerischer Perspektive einiges hergibt. Die massiven Unwetter im Juni 2022 hatten leider zur Folge, dass ein Teil der Mauer am Kalvarienberg weggeschwemmt und in mühevoller Kleinarbeit wieder restauriert werden musste.
Ein ortskundiger Teilnehmer erzählt, dass er es wichtig findet, dass St. Radegund als touristisches Ziel noch populärer wird. Schließlich hätte der Ort über die gesundheitsbezogenen Reha-Zentren (PVA für Kardio-Reha, Sanlas Privatklinik für psychiatrische Reha) und den nahegelegenen Schöckl hinweg so viel (mehr) zu bieten.
Bei „Gundi’s Laden“ durfte die Gruppe auf ein kühles Getränk einkehren und reflektierte darüber, dass es schade sei, dass einige Lokale und Restaurants im Ort in den letzten Jahren schließen mussten. Sie seien neben der wirtschaftlichen Dimension als Orte des Zusammenkommens und des Austausches essenziell für das Leben und die gesellschaftliche Teilhabe in der Gemeinde.
Auf dem Weg zur letzten Station des Streifzugs durch St. Radegund, dem „Curcafé“, bestaunten wir die Kunstwerke von Bernd Wolfgruber an den Straßenlaternen. Die Idee dazu entstammt einer Umfrage in der Gemeindezeitung, nach der Lichtmasten nicht nur funktionale Objekte, sondern seit Anfang 2025 auch Plätze für Kunstwerke wurden. Das ist ein Beitrag zu „Kunst im öffentlichen Raum“.
FAZIT:
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die hier absolvierten Spazierwege entlang der Quellen durch den Wald mit den zahllosen alten Bäumen insbesondere bei heißem Wetter eine wahre Wohltat und gesundheitsförderliche Orte der Erholung sind. Dabei ist anzumerken, dass es sich bei der gewählten Route eher um Wander- als um Spazierwege handelt, die gutes Schuhwerk und ausreichend gute körperliche Konstitution erfordern. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind diese Wege kaum nutzbar. Einige Teilnehmende aus der Gemeinde berichteten, dass sie durch den Streifzug Wege neu entdeckt hätten oder sich in der Gruppe eine Begehung überhaupt erst (wieder) zugetraut hätten. Letzteres ist eine besonders wertvolle Erkenntnis: Gemeinsam in einer wohlwollenden Gruppe Unterwegs-Sein kann Personen nach einer Verletzung, einer OP oder Erkrankung ermutigen, sich wieder körperlich zu betätigen. Das ist auch seelisch wohltuend.
Mehr Markierungen wären wünschenswert. Diese sollten für Personen gut lesbar sein, egal aus welcher Richtung diese kommen.
Weiters könnte man die Anzahl der Mistkübel erhöhen.
Aufgrund der Hitzewelle hatten die einen oder anderen überlegt, ob sie überhaupt an den Streifzügen teilnehmen sollten, meldeten jedoch zurück, dass sie das Unterwegs-Sein in der Gruppe auf schattigen Wegen in der Natur letztlich sehr genossen hätten.
Dokumentiert von:
Gudrun Khom (Fotos), Ina Plattner (Text und Fotos)





















