Die intergenerativ gemischte Gruppe traf sich im Schatten vor der Sanlas-Klinik. Diese bietet stationäre psychiatrische Reha an. Nach Begrüßung durch Gemeinderätin Michèle Nunn und Edith Zitz seitens inspire folgte eine kurze Vorstellung der Teilnehmenden. Die Klinik verfügt über einen überdachten Fahrradabstellplatz für Patient*innen und Team. Aufgrund der enormen Hitze nahmen keine Patient*innen teil. Vorab: Die Stimmung und das zwischenmenschliche „Klima“ an diesem sehr heißen Tag war wunderbar, obwohl sich die meisten Teilnehmenden nicht kannten.
Die Irenen-Quelle neben einem Löschteich als 1. Station der Gruppe nach einem leichten Anstieg lud die Gruppe mit Bankerl und Schatten zum Verweilen ein.
Der Weg, der zur Klinik führt, bot anfangs schönen Schatten, geschmückt von Streifen mit heimischen Blühpflanzen, die Privatpersonen angelegt haben. Was auffiel: Es fehlt ein Gehsteig. Die Straße wird aber wenig von KFZ befahren. Die nächstgelegene Bus-Haltestelle ist zu Fuß gut über eine anfängliche kleine Steigung erreichbar, jedoch nicht, wenn man als Patient*in Gepäck mit sich trägt oder eine belastende Behinderung bzw. Erkrankung hat.
Der Tennisplatz, an dem der Weg vorbeiführt, hat einen kleinen Hügel (einen großen Stein) den man zum Rasten nutzen könnte, und einen Mistkübel. Hier gab es einen wichtigen Hinweis – Stichwort Nahversorgung – auf den Bauernladen im Ortskern, der regionale Produkte anbietet.
Das Freibad bietet erfreulicherweise eine öffentliche zugängliche, jedoch nicht als solche ausgewiesene, barrierefreie WC-Anlage. Der Parkplatz ist durch eine Wiese und Bäume hitzetauglich. Dies fand die Gruppe sehr positiv.
Der Gehsteig ist in Rollstuhl-Breite. Die schmale Straße hat abgeflachte Gehsteigkannten. Beim Geländer neben dem Schild zum Freibad ist der Gehsteig abgesunken und deutlich sanierungsbedürftig. Ein Vorschlag seitens der Teilnehmenden war, hier weiters eine Farbmarkierung fürs sicherere Queren anzubringen.
Die Bushaltestelle Diepoltsberg (Linie 250/251) enthält leider keinen Hinweis auf die Sanlas-Klinik bzw. auf das nahegelegene attraktive Freibad. Die blumengeschmückte Haltestelle ist stabil aus Holz gebaut und bietet z.B. auch bei Starkregen, Sturm bzw. Schnee einen guten Unterstand. Ein Abfalleimer wäre eine wichtige Ergänzung.
Der Übergang vor dem Wir:zhaus an der Willersdorferstraße ermöglicht die sichere Querung.
Der Weg hin zum Doktorteich führt an einer „Insekten-Kuranstalt“, einem Insektenhotel, vorbei. Direkt beim Teich fehlt ein natürlicher Schatten. Diese Strecke markiert den Beginn des sehr beliebten Kneipp- Meditationsweges „Ungarische Runde“. Dieser bekannte Quellenweg ist nach den ungarischen Kurgästen benannt. Er spricht, so die Einschätzung der Streifzug-Teilnehmenden, die in der Gemeinde leben, Familien und Kinder sehr an, da er Abwechslung und Abkühlung mit entsprechender gut gewarteter Kneipp-Infrastruktur (Becken, Armbad, Walddusche usw.) bietet. Bänke, verschiedene Sitzgelegenheiten und Tische laden zum Verweilen ein. Zahlreiche gefasste Quellen mit orts-geschichtlich aufgeladenen Namen finden sich hier. Der Waldweg hat wegen der Sturmschäden (Windbruch), die die Entnahme von Bäumen mit sich brachten, überraschenderweise mehr Sonne als erwartet. Er ist speziell am Anfang nicht barrierefrei, aber es gibt einen alternativen Schotterweg. Die Schilder mit Hinweisen auf die Bedeutung des Waldes und die Vielfalt bieten gut dosierte Informationen. Der Erlebnisweg führt zu einer Mühle mit Glocke.
Der Rastplatz bei der Rosaquelle wird viel genutzt. Baumstümpfe sind hier eine angenehme Sitzmöglichkeit. Die Kneipp-Stationen haben oft Mistkübel. Es gab keinen herumliegenden Müll, was positiv auffiel.
Den Abschluss bot der ästhetische Kräutergarten „Pflanze-Mensch“, der sich hervorragend als Treffpunkt eignet. Dies ist ein begehbarer, gut beschrifteter Kräutergarten in Menschenform, wo heilende Kräuter genau dort „angepflanzt“ sind, wo ihre Wirkung entsteht. Dieses Unikat befindet sich gegenüber der Talstation der Schöckl-Seilbahn am Eingang zum Kneipp-Meditationsweg. Die Pflanzen sind mehrheitlich trockenresistent. Die Gruppe erlebte den Klima-Streifzug als sehr angenehm, mit reichhaltigen Gesprächen und fachlichen Impulsen.
FAZIT:
Der Klima-Streifzug startete bewusst vor einer psychiatrischen Reha-Einrichtung. Er bot verschiedene gesundheitsförderliche Aspekte, die einen starken Bezug zu Klimawandel-Anpassung aufweisen. Mehrmals kam zur Sprache, wie wohltuend und gesundheitsförderlich Bewegung im Freien sowohl allein als auch in Gruppen mit Austausch ist.
Die Wegstrecke erwies sich als ausgesprochen attraktiv. Der eingeschlagene Weg war gut gestaltet und ausgezeichnet markiert. Dies ist für ortsfremde Personen bedeutend und ermutigt sie, die Wanderwege entsprechend auszukosten.
Bis auf wenige Stellen (Einstieg Ungarische Runde) wäre die Strecke auch für Personen aus vulnerablen Gruppen bewältigbar.
Die Bushaltestelle sollte durch eine, von der Straße aus gut sichtbare, klare Bezeichnung der Bus-Nummern ergänzt werden. Auch ein Hinweis auf das Freibad und die Sanlas-Reha-Klinik wird empfohlen.
Die Weggestaltung wurde als gut in Stand gehalten erlebt. Müllbehälter könnten vermehrt aufgestellt werden. Es gab jedoch keinen herumliegenden Müll. Zum Zeitpunkt der Begehung waren keine Folgen von Vandalismus sichtbar.
Sitzgelegenheiten in unterschiedlicher Form sind vorhanden.
Diese Wegstrecke bietet ab Anfang – bereits in Nähe der Klinik – gefasste Quellen mit bestem Trinkwasser.
Herzlichen Dank an alle Mitgehenden an diesem Streifzug und an die Gemeinde!
Dokumentiert von:
Marlene Mayr (Text und Fotos), Michèle Nunn (Fotos), Valeska Schaudy (Fotos) und Edith Zitz (Text und Fotos)

























